Höltenklinken (Dirk Gusick) - Zu den Rosskastanien im Rümpeler Ortsteil Höltenklinken gibt es jetzt ein drittes Gutachten. Professor Dr. Franz Gruber vom Institut für Forstbotanik in
Göttingen war von der Gemeinde als unabhängiger Sachverständiger beauftragt worden, die Bäume zu untersuchen. Er kommt zu dem Schluss, dass die Rosskastanien saniert werden können.
Wie lange sie noch stehen können, lässt er aber offen.
Der Streit zwischen der Gemeinde und Höltenklinkener Bürgern um die Kastanien schwelt seit Mitte vergangenen Jahres.
Die Gemeinde hatte ein Gutachten zur Verkehrssicherheit der Bäume in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Sie müssten gefällt werden. Dagegen protestierten die Anwohner. Sie wollten ihre Allee in der Ortsmitte
erhalten und ließen ein Gegengutachten aufstellen. Ihr Fachmann sah ein Fällen nicht für notwendig an. Nach seiner Auffassung könnten bis auf zwei Kastanien alle Bäume saniert werden. Im Dezember lenkte die Gemeinde ein.
Zwei Pflanzen, die von allen Gutachtern als marode eingestuft worden waren, wurden gefällt. Dazu wurde ein drittes Gutachten für rund 2 400 Euro in Auftrag gegeben.
Mit der jetzt vorliegenden Analyse von Professor Gruber
sind die Kastanien aber nicht gerettet. Der Fachmann bescheinigte den 160 bis 170 Jahre alten Kastanien zwar eine gute Vitalität. Eine Aussage darüber, wie lang das noch anhalten wird, machte er nicht. Für die Kommunalpolitiker ist das jedoch die entscheidende Frage.
"Wir können nicht viel Geld in den Erhalt der Kastanien investieren, wenn sie nur noch einige Jahre stehen bleiben können", so Bürgermeister Claus-Jürgen Vieregge. Die Gemeindevertreter forderten eine klare Aussage von Gruber, wie hoch die Lebenserwartung der Bäume ist.
Das Amt wurde unterdessen beauftragt, Kostenvoranschläge für eine mögliche Sanierung und für eine Fällung mit anschließender Neuanpflanzung einzuholen.
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